Plastik im Teebeutel

Die älteren unter Euch erinnern sich vielleicht noch an den Sketch von Otto Waalkes zum Thema Teebeutel. Man bräuchte zur korrekten Entsorgung/zum Recycling eigentlich vier Eimer: Kompost, Altmetall, Altpapier und Altschnur. Hier nochmal zum Angucken:

Ganz so kompliziert ist es in Wirklichkeit nicht, der gesamte Teebeutel kann auf den Kompost oder in den Bio-Müll. Glauben wir zumindest zu wissen, aber stimmt das auch?

Teebeutel

Das Papier und die Schnur verrotten auf dem Komposthaufen oder im Bio-Müll genauso wie der Tee. Die Klammer verrostet langsam oder wird herausgesiebt. Und was ist mit dem Vlies? Das sieht so „natürlich“ aus, kann aber bis zu 30% Polypropylen beinhalten. Papier lässt sich nicht schweißen, daher wird das Plastik hinzugefügt. Wenn der Beutel verrottet, bleibt ein feines Kunststoffgitter zurück. Sobald der Kompost dann umgegraben wird, verteilen sich die winzigen Plastikpartikel gleichmäßig und sind mit dem menschlichen Auge nicht mehr zu erkennen. Trotzdem soll man den Teebeutel weiterhin kompostieren, da es gegenüber der Müllverbrennung die bessere Option ist.

Manche modernen „Luxus“-Teebeutel bestehen sogar aus 100% Plastik (z.B. Nylon), diese sind meist an der Pyramiden-Form zu erkennen. Ein Blick auf das Kleingedruckte auf der Verpackung lohnt sich. Leider habe ich zum Nachlesen nur einen englischsprachigen Artikel gefunden, vielleicht war das Thema nicht wichtig genug für die deutsche Presse: www.theguardian.com.

Wer weiß, was da für Chemikalien aus dem Plastik herauskommen, wenn man heißes Wasser draufgießt und es ziehen lässt. Ich versuche daher jetzt öfter losen Tee zu trinken, den ich in so einem Edelstahl-Dauersieb zubereite, aber es ist eben doch sehr viel mehr Aufwand. Gerade im Büro sind Teebeutel praktisch.

Solange niemand gegen die Plastik-Teebeutel protestiert, wird sich wohl nichts daran ändern. Und solange niemand etwas von dem Plastik im Teebeutel weiß, wird wohl auch niemand dagegen protestieren. Ich trinke jedenfalls nur noch Tee aus losem Tee im Edelstahlfilter.

Ein Gedanke zu „Plastik im Teebeutel

  1. Marlene Antworten

    Danke für den Artikel – ist ja Wahnsinn, wo die Industrie bedenkenlos überall Plastik unterbringt und wir sind die Versuchskaninchen. In ein paar Jahrzehnten wissen wir vielleicht genauer, was mehrjähriger Konsum von aufgebrühtem Plastik für gesundheitliche Folgen haben kann. Manchmal denkt man in Lebensmittelfirmen arbeiten keine Menschen, die auch Kinder haben und auch Tee trinken!

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