Mangobaum aus Kern selber ziehen

Was Mangos angeht, bin ich sehr wählerisch. Diese grünen, holzigen, pfeffrigen Dinger, die man zumeist im Supermarkt kaufen kann, finde ich ungenießbar. Einzig diese kleinen, gelben Flug-Mangos, die man nur bei meinem türkischen Obst- und Gemüsehändler um die Ecke kaufen kann, finde ich lecker. Nun ist es für die Umwelt nicht gerade förderlich, Obst mit dem Flugzeug durch die halbe Welt zu transportieren, aber so 3-4 Mal im Jahr gönne ich mir so eine Mango. Den Teelöffel habe ich mal mitfotografiert, damit man einen Eindruck davon bekommt, wie klein diese leckeren Mangos sind.

Da ich gelesen habe, dass man aus den Kernen seinen eigenen Mangobaum ziehen kann, wollte ich das auch mal probieren. Drei Versuche habe ich gebraucht. Die ersten beiden habe ich nach Anleitung aus der Hülle geschält und mit feuchtem Küchenpapier in einem Gefrierbeutel auf der Fensterbank in die Sonne gelegt. Das hat aber immer irgendwie gemüffelt und die Kerne sind zwar etwas gekeimt, aber nicht so richtig.

Beim dritten Versuche habe ich so eine Plastikschale mit Deckel verwendet, in der Mungobohnensprossen oder auch Salate verkauft werden. Da hat sich besser ein Mikroklima entwickelt und ich konnte die Schale jeden zweiten Tag ausspülen, um Bakterienbildung zu verhindern. Eingeplanzt habe ich den Kern, als der Keimling die ersten Anzeichen von Blättern zeigte. Die Erde sieht so weißlich aus, da ich Blumenerde mit etwas Sand gemischt habe, dann fließt das Wasser besser ab.

winziger Mangobaum

Auf dem Bild war der Kern schon ein paar Tage eingepflanzt und hat sich dann sehr schnell entwickelt, erinnerte irgendwie an Tentakel. Und so sieht der Mangobaum nach ca. 6 Monaten aus, er ist mittlerweile ca. 24 cm hoch:

Mangobaum nach 6 Monaten

Das Wachstum geschieht in Schüben. Dann schießt er in die Höhe und schiebt oben zwei neue Blätter raus, die größer sind als die vorherigen. Von den unteren Blättern ist eines wegen Trockenheit abgefallen, als ich mal das Gießen vergessen hatte und die vorletzten Blätter oben sind dem Staubsauger zum Opfer gefallen. Ich muss ja zugeben, so richtig hübsch ist er nicht.

Und in unseren Breitengraden wird er auch keine Mangofrüchte tragen, dafür sind die Sommer nicht lang genug. Bleiben darf er trotzdem. Am Südfenster im Wohnzimmer überleben aber sonst nicht viele Pflanzen, bei einer Mango habe ich wenigstens keine Sorgen, dass die den Dauer-Sonnenschein nicht  verträgt. Falls Ihr auch einen Mangokern zum Keimen gebracht habt, freue ich mich über Fotos!

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