Hamburger Stadthonig

Eine Freundin hatte mich schon in der Anfangszeit dieses Blogs gefragt, ob ich mal etwas über die Schadstoffbelastung von Obst und Gemüse schreiben kann, welches in Großstädten selbst gezogen oder wild gesammelt wird. Leider habe ich dazu bisher noch keine guten Informationen gefunden, dafür aber etwas zu Stadthonig.

Stadthonig

Zufällig bin ich in einem Katalog über die BienenBox gestolpert, eine speziell für die Stadtbienenhaltung gebaute Holzkiste, die man mit extra Halterungen am Balkon befestigen kann. Ehrlicherweise schreiben die Hersteller auf Ihrer Internetseite, dass man mit etwa 400 Euro Einstiegskosten rechnen muss, aber ca. 15 kg Honig pro Jahr ernten kann.

Am interessantesten waren die Informationen im Bereich „Fragen und Antworten“. Da wird unter der Frage „Ist Stadthonig gesund?“ ein Bericht vom Imkerverein Hamburg-Altona zur Honigqualität in der Großstadt verlinkt. Da wurden Schadstoffuntersuchungen an zwei Hamburger Honigen durchgeführt. Auch der Honig, der von Bienen in der Nähe des Hamburg Airport gesammelt wird, soll in der Qualität einwandfrei sein. In dem Bericht werden mehrere Gründe angeführt, z.B.

  • Die Bienen fliegen vor allem frisch aufgeblühte Blüten an, da ist nicht genug Zeit, als dass sich Luftschadstoffe ansammeln könnten
  • Durch Katalysatoren etc. ist die Luftqualität immer besser geworden.
  • Bienen können in ihren Körpern die Schadstoffe gut herausfiltern
  • die Schadstoffe werden im Wachs gesammelt

Hamburg wird sich da sicherlich nicht von anderen Großstädten unterscheiden, was die Schadstoffbelastung in Luft und Boden angeht, so dass man Großstadt-Honig wohl bedenkenlos konsumieren kann.

Wer Heuschnupfen hat, sollte außerdem mal probieren, sich mit lokalem Honig (am besten von Bienen in 5-10 km Umkreis) selbst zu „therapieren“. Es gibt viele Berichte von Heuschnupfen-geplagten und sogar Haselnussallergikern, die von einer Besserung der Symptome berichten, nachdem sie täglich einen Teelöffel lokalen Honig zu sich nehmen.

Die Theorie dahinter ist, dass wie bei einer Hyposensibilisierung die kleinen Mengen an Pollen im Honig, die beim Weg durch den Magen ja keine Symptome verursachen, einen Gewöhnungseffekt haben. Eine seriöse Studie zu dem Thema gibt es leider nicht, da kein großer Pharmakonzern mit lokalem Honig Geld verdienen könnte. Mir scheint die Theorie aber einleuchtend und die möglichen Nebenwirkungen von Honig sind ja zu vernachlässigen. Im Zweifel funktioniert es halt einfach nicht und der Heuschnupfen bleibt gleich schlimm.

PS: Honig und Ahornsirup können Bakterien enthalten, die für Babys gefährlich sein können, also niemals Kindern unter 1 Jahr geben.

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