Aluminium im Deo

Ich glaube, die meisten haben es schon mitbekommen, dass Aluminiumsalze in Deodorants seit 2013 ein großes Thema sind: Sie sollen Alzheimer und/oder Brustkrebs verursachen. Wie so oft im Leben gilt: Nichts Genaues weiß man nicht. Selbst das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt in einer Stellungnahme, dass eine Beurteilung aufgrund der aktuellen Datenlage nicht möglich ist. Aluminium kann sich im Körper anreichern und in hohen Dosen zu Vergiftungserscheinungen führen, daher ist es sinnvoll darauf zu achten, dass man nicht zuviel Aluminium aufnimmt. Das meiste nimmt man aber über Lebensmittel auf (Alufolie, Alu-Kochtöpfe etc.). Wer vorsichtig ist, sollte also nicht nur das aluminiumhaltige Deo, sondern auch die Alufolie aus dem Haushalt verbannen, die ist sowieso schlecht für die Umwelt, weil die Herstellung so energieaufwendig ist.

Es sind viele aluminiumfreie Deos erhältlich, eigentlich sind sogar alle Deodorants aluminiumfrei. Denn sobald Aluminiumsalze enthalten sind, ist es strenggenommen kein Deo mehr sondern ein Anti-Transpirant, da die enthaltenen Aluminiumsalze die Schweißproduktion hemmen. Deodorants überdecken oder verhindern nur den Geruch. Ich habe mit dem schreiben dieses Beitrags gewartet, bis ich (fast) jede Art von Deo/Anti-Transpirant ausprobiert hatte. Hier also die verschiedenen Kategorien von Deos und jeweils ein oder zwei Beispielprodukte, die ich ausprobiert habe. Es ist kein Deo-Spray dabei, da man bei der Benutzung immer einen kleinen Teil des Sprühnebels einatmet und ich das meinen Lungen generell nicht antun möchte.

  • Naturkosmetik-Deodorants ohne Alkohol

Sie enthalten Kräuterauszüge oder andere natürliche Wirkstoffe, die Schweißgeruch verhindern sollen. Meistens überdecken sie durch das enthaltene Parfüm einfach nur den Körpergeruch. Nachteil: Sie funktionieren meist nicht. Vorteil: Sie sind sanft zur Haut. Der Lavera Basis Deo Roll-On, den ich ausprobiert habe, riecht jedenfalls scheußlich, nach ein paar Stunden riecht man dann nach einer Mischung aus Schweiß und dem Deo, das macht es eigentlich nur noch schlimmer. Die Meinungen bei Amazon zu dem Produkt sind geteilt, mir hat es überhaupt nicht gefallen.

  • Deodorants mit Alkohol

Diese enthalten neben Parfüm (z.B. Zitrusöl) auch noch Alkohol, es gibt sie auch als Naturkosmetik-Variante. Der Alkohol tötet Bakterien ab, die den Schweißgeruch verursachen, denn frischer Schweiß riecht nicht, erst die Bakterien, welche den Schweiß zersetzen, verursachen den Geruch. Nachteil: Sie brennen auf empfindlicher oder frisch rasierter Haut. Vorteil: Man kann mit so einem alkoholhaltigen Deo auch zwischendurch mal auffrischen. Der von mir getestete CD Citrus Deo Roll-On mit Alkohol funktioniert ganz okay, aber dem Angstschweiß, als ich ein Referat halten musste, war er dann doch nicht gewachsen. Allerdings habe ich jetzt mittlerweile immer ein Weleda Zitrus-Deo in der Handtasche, das ist super, falls zwischendurch mal eine Auffrischung nötig ist.

  • Deodorants/Anti-Transpirants mit Aluminiumsalzen

Hierzu zählen die meisten erhältlichen Deos, Aluminiumsalze sind einfach sehr gut darin die Schweißproduktion zu hemmen. Das heißt hier wird nicht nur die Geruchsentstehung verhindert, sondern die Schweißporen verstopft/verkleinert, so dass weniger Schweiß entsteht. Nachteil: Fühlbarer Film auf der Haut, Flecken auf der Kleidung und manchmal setzt sich in Verbindung mit dem Deo der Schweißgeruch im Achselbereich der Kleidung fest und geht auch beim Waschen kaum raus. Vorteil: Sie funktionieren und zwar beide ausprobierten Deos (Dove Roll-On Pure und Rexona Cotton Dry Stick) gleich gut.

  •  Kristall-Deodorants/Antistranspirants mit Kalium-Alaun

Kristall-Deos bestehen aus Ammonium Alaun oder Potassium Alaun, das Alaun ist dabei leider auch ein Aluminiumsalz. Laut Utopia.de bestehen die vermeintlich natürlichen Kristall-Deos zu 20-30 Prozent aus Aluminium. Dabei war ich von dem Sante Kristall-Stick ziemlich begeistert. Nachteil: Kein Parfum, also kein „frischer“ Geruch, der hohe Preis von fast 9 Euro und die etwas gewöhnungsbedürftige Anwendung. Vorteil: Kein fühlbarer Film auf der Haut, fast als ob man kein Deo benutzt hat und genauso effektiv wie die klassischen Deos. (Klar, enthält ja auch Aluminium.)

  •  Selbstgemachte Deodorants

Ja es gibt Menschen, die mischen ihr Deo selbst. Es gibt im Internet unzählige Rezepte, meistens enthalten sie Natron und Maisstärke zu gleichen Teilen und soviel Kokosöl, das eine streichbare Paste entsteht. Manche Menschen reiben auch einfach eine Zitronenscheibe über die Achsel morgens. Ich habe beides nicht ausprobiert.

  • Gar kein Deo

Julia Roberts zum Beispiel soll gar kein Deo verwenden und sich stattdessen in der Mittagspause mit Wasser und Seife frischmachen, darüber hat nicht nur die Süddeutsche Zeitung berichtet. Ich muss hier wohl nicht extra erwähnen, dass ich das nicht ausprobiert habe.

Fazit: Alkohol (auch im Mundwasser) kann die Entstehung von Tumoren im Mund und Rachenraum fördern, soviel ist bekannt, dennoch trinken die meisten von uns Alkohol, ohne darüber nachzudenken. Daher können Wenig-Schwitzer es wohl auch im Deo verwenden. Bisher gibt es auch keine Hinweise, dass Alkohol im Deo zu Krebs führen könnte. Wer aber normal bis viel schwitzt und nicht als Einsiedler leben will, kommt wahrscheinlich um ein Deo mit Aluminium nicht herum, ob es nun im klassischen Deo oder als Alaun im Deo-Stick enthalten ist.

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