Putzen ohne Küchenrolle

Ich nenne es Küchenrolle, manche sagen Küchenpapier, Küchenkrepp, Küchenrollenpapier oder Zewa dazu. Letzteres vermeide ich, da es sich um einen Markennamen handelt und ich diese generell nicht benutzen möchte (außer bei Tesafilm, da gibt’s einfach kein anderes Wort, das so schnell verstanden wird).
Jedenfalls ging irgendwann im Januar 2012 die letzte Packung Küchenrolle bei mir zur Neige und ich habe einfach beschlossen, nie wieder eine zu kaufen. Das war erstaunlich einfach durchzuhalten.

Hier nun zur Inspiration eine kleine Übersicht, was ich stattdessen nutze:

  • Oberflächen abwischen: Dafür habe ich mir eine Packung Öko-Schwammtücher gekauft. Die sind nicht in Plastik verpackt, ohne Feuchthaltemittel, kompostierbar und bei 60° waschbar. Da die Schwammtücher nicht abfärben, wasche ich die sowohl bei heller als auch bei dunkler Wäsche mit. Sobald ich ein Schwammtuch als dreckig empfinde, werfe ich es direkt in die Trommel der Waschmaschine. Egal, was ich als nächstes wasche, die können auf jeden Fall dabei sein. Solche Schwammtücher gibt’s in Bio-Supermärkten, bei Waschbär.de oder früher auch bei Manufaktum. Wichtig ist nur, dass man die Schwammtücher z.B. über Nacht komplett durchtrocknen lässt (und nicht feucht im Bakterienparadies Spülbecken liegenlässt). Zur Desinfektion kann man ein feuchtes Schwammtuch auch in die Mikrowelle stecken, laut Spiegel.de reichen dafür 2 Minuten aus.
  • Gemüse putzen: Kartoffel-, Eierschalen- und Nussschalen, Melonenkerne, Obststeine etc. muss man nicht auf Küchenpapier sammeln. Das kann man auch auf einem Brett, Teller oder Topfdeckel tun und später alles in den Mülleimer befördern. Das ist reine Gewohnheitssache.
  • Fleisch abtupfen: Wenn ich jemandem erzähle, dass ich keine Küchenrolle benutze, kommt oft als erstes die Frage, wie ich denn Fleisch nach dem waschen abtupfen würde. Die Antwort: gar nicht. Erstens esse ich sehr wenig Fleisch, zweitens spüle ich Rind und Schwein nicht mehr ab. Ich koche alles durch, das wird die Keime schon abtöten. Nur zwei Sorten Fleisch wasche ich: Geflügelfleisch ist manchmal etwas schleimig und Kasseler meistens viel zu salzig, die wasche ich zwar beide kurz unter fließend Wasser, lasse sie anschließend aber einfach ein paar Minuten auf einem Brett abtropfen.
  • Katzenklo saubermachen: Wenn die Packung Katzenstreu nach ca. ein bis zwei Monaten leer ist, säubere ich mit Geschirrspülmittel und einer Bürste das Katzenklo, bevor ich es neu befülle. Früher habe ich es mit Küchenpapier trockengerieben, denn wenn die Box nicht richtig trocken ist, pappt das Katzenstreu ja zusammen. Jetzt habe ich dafür ein altes Handtuch, das ich früher beim Haare färben benutzt habe (dementsprechend sieht es auch aus). Dieses Handtuch wird nur noch zum Trockenreiben des Katzenklos verwendet, kommt dann mit anderen dunklen Sachen in die Waschmaschine und anschließend wieder in den Schrank.
  • Haarballen der Katze: Das ist ein echter Härtefall, wann immer die Katze auf den Teppich kotzt, vermisse ich Küchenpapier. Und hier schummele ich ein wenig und nehme Toilettenpapier um das Grobe aufzusammeln, bevor ich mit einem alten Lappen die Flecken aus dem Teppich reibe (siehe ganz unten).
  • Spiegel- und Fensterflächen reinigen: Das gute, echte Fensterleder funktioniert zwar, ist aber etwas umständlich und lohnt sich nur, wenn man auf einen Schwung mehrere Oberflächen reinigen will. Früher wurden die Fenster ja mit Zeitungspapier poliert, auch das funktioniert sehr gut, färbt aber auf weiße Rahmen ab. Hier ist für zwischendurch ein Mikrofasertuch wirklich das Beste, dabei reichen ein paar Tropfen Wasser und man braucht keinen Reiniger. Für das Fensterputzen (was ich nur einmal im Jahr mache) nehme ich warmes Wasser mit Geschirrspülmittel und ziehe dann mit der Gummilippe die Scheiben ab.
  • Flecken im Teppich oder Polstermöbeln: Hierfür habe ich zwei alte Gästehandtücher bei den Putzmitteln unter der Spüle liegen. Beide sind hell und können bei dunkler und heller Wäsche mitgewaschen werden, also schmeiße ich auch diese nach Benutzung direkt in die Waschmaschine.

 

Und wer jetzt aufmerksam alles durchgelesen hat, wird richtig erkannt haben, dass ich also bei jeder Maschine Wäsche mindestens ein bis zwei Putzlappen- und/oder Schwammtücher mitwasche.

Gibt es etwas wo Ihr nicht auf den Einsatz von Küchenrolle würdet verzichten wollen?

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  1. Lisa Ritschl’s Avatar

    vielen Dank, nach dieser Bestätigung habe ich lange suchen müssen :)
    Selbst benutze ich seit 20 Jahren keine Küchenrolle mehr. Wäre ich kürzlich nicht mit ganz viel Entsetzen gefragt worden, wie ich denn ohne klarkäme, wäre mir Küchenpapier wohl nie wieder ins Gedächtnis gerufen worden.

    Liebe Grüße
    Lisa

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  2. Gabi S.’s Avatar

    Was macht ihr denn mit dem Fett aus der Pfanne? Das soll doch möglichst nicht ins Wasser kommen. Also sollte es dann ja auch nicht in die Spül-, oder Waschmaschine kommen
    Viele Grüße, Gabi.

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  3. Anka’s Avatar

    Hallo Gabi,

    für eine Antwort auf Deine Frage muss ich mir erst einmal etwas Zeit nehmen, denn so schnell lässt sich das gar nicht beantworten.

    1. Benutze ich nur Olivenöl, Rapsöl, Sojaöl und Sesamöl zum Kochen und Braten. Generell lässt sich ja sagen, dass alle Fette, die bei Zimmertemperatur flüssig sind, auch gesund für den Körper sind. Alle, die bei Zimmertemperatur fest sind (z.B. Butter, Margarine) sind eher ungesund. Ich vermeide die auch, weil sie vom Tier stammen (auch Margarine enthält oft Milchbestandteile) und Tierhaltung erzeugt besonders viele Treibhausgase. Des Weiteren gibt’s die Öle in Glasflaschen, die geben auch keine Giftstoffe an die Fette ab, im Gegensatz zu Plastikverpackungen von Margarine und co. Margarine kaufe ich nur noch, wenn ich einen Kuchen backen will und dann nehme ich Alsan-S, die gibt es in einer veganen Bio-Variante.
    Die im ersten Satz genannten Öle verstopfen Ausflüsse und Rohre nicht so schlimm, weil sie ja flüssig sind. Der Grund, dass man nicht so viel Butter oder Frittierfett in den Ausguss kippen soll, ist ja, dass diese dann riesige Fettklumpen in den Abflussrohren bilden und vom Wasserwerk entsorgt werden müssen. (In einem Kanal in London musste mal ein Fettklumpen in der Größe eines Busses entfernt werden).
    2. Benutze ich nur sehr wenig Fett. Ich habe teure Keramik-beschichtete Pfannen, an denen nichts anklebt und da braucht man nur einen kleinen Klacks Öl. Da bleibt am Ende nichts über, was man mit Küchenpapier entsorgen müsste. Mir wäre das auch um das Fett viel zu schade, wenn man z.B. frittiert und am Ende schmeisst man das alles weg. Außerdem ist frittieren ja nicht so wirklich gesund.
    3. Wenn ich doch mal etwas habe, dass ich mit Papier aufwischen muss (neulich ist mir z.B. ein Glas Pesto runtergefallen, diese Mischung aus Glas-Scherben und Öl kann man schlecht mit einem auswaschbaren Lappen aufwischen ohne sich zu verletzen), dann nehme ich mal Klopapier oder Taschentücher. Sowas hat man für Ausnahmefälle ja auch noch Zuhause.

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  4. Gunnar Zarncke’s Avatar

    Ich benutze immer noch die letzten verbleibenden „Spucktücher“, die wir vor 10 Jahren für unseren Sohn als Baby gekauft haben. Die sind kochbar, trocknerfest und gehen für fast alles von der Liste. Papier benutze ich nur wenn das Tuch sonst sicher hin wäre.

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