Flugpate für Katzen und Hunde werden

Es ist wohl die Gretchenfrage, wenn man versucht ein nachhaltiges, umweltfreundliches Leben zu führen und nicht mehr Ressourcen verbrauchen will, als einem zustehen: Fliegen oder nicht Fliegen? Schließlich kann ein einziger Flug von Europa in die USA die gesamten CO2-Einsparungen, die man sonst mühsam erreicht hat, wieder zunichte machen. Auf Urlaub und damit Erholung sowie geistige Weiterbildung im ganz wörtlichen Sinne „den eigenen Horizont erweitern“ möchten viele aber nicht verzichten. Die CO2-Ausgleichsabgaben, die man bei Flugbuchungen manchmal dazu wählen kann, gibt es ja schon länger. Jetzt möchte ich kurz eine weitere Art vorstellen, wie man zumindest sein schlechtes Gewissen etwas beruhigen kann, wenn man schon ins Ausland fliegt: Flugpate werden.

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Tiere dürfen nicht alleine fliegen. Sie können nur auf ein Passagierticket dazu gebucht werden. Es gibt viele Hunde und Katzen im Ausland, für die es schon ein neues Zuhause in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gibt und die nur noch auf eine Ausreisemöglichkeit warten. Hat man einen Urlaub z.B. in der Türkei, Spanien, Griechenland oder Russland geplant, kann man seine Fludaten bei Flugpate.com registrieren und falls eine Tierschutzorganisation zufällig ein Tier von diesen Flughäfen in ein neues Zuhause schicken möchte, wird man kontaktiert. Als Flugpate entstehen einem keine Kosten. Für die Airline, z.B. Lufthansa, ist man der offizielle Begleiter des Tieres, eingecheckt und angemeldet wird es vom Tierschutzverein. Man muss auch die Papiere des Tieres transportieren und das Tier am Ankunftsort ggf. in Empfang nehmen. Der neue Besitzer des Tieres oder ein Mitarbeiter des Tierschutzvereins holt das Tier dann noch am Flughafen ab. Diese Leute haben viel Geld für den Transport ausgegeben und holen das Tier auch auf jeden Fall ab.

Jetzt höre ich schon die Kritiker sagen: Deutsche Tierheime sind voll, muss man da wirklich Tiere aus dem Ausland herbringen? Eine vollständige Antwort kann und will ich hier gar nicht geben, das können andere Leute besser. Hier ein paar kleine Gedanken von mir dazu:

  • Weiße Katzen sollten fast immer nach Nordeuropa geholt werden. Sie verbrennen in den heißeren Regionen, bekommen Tumore, oft müssen die Ohren amputiert werden. Als Mensch kann man Sonnencreme auftragen, bei Katzen geht das nicht.
  • Länder wie Spanien und Russland sind viel abergläubischer als Deutschland, Österreich oder die Schweiz: Schwarze Katzen haben fast keine Chance dort ein Zuhause zu finden. Sie gelten als Unglücksbringer.
  • Kleine private Tierschutzorganisationen füllen oft eine Lücke. Die großen Tierheime geben Tiere nur ab, wenn alle Voraussetzungen absolut perfekt sind. Das große Haus mit Garten an einer verkehrberuhigten Straße und den ganzen Tag ist mindestens eine Person Zuhause. Nun kann aber nicht jeder sowas bieten, besonders nicht in den Großstädten. Diese Menschen würden also vom Tierheim gar kein Tier bekommen. Die kleinen Tierschutzorganisationen retten die Tiere aus Tötungsstationen oder weg von der Straße, wo sie auf sich alleine gestellt wären. Das kleine Katzen- oder Hundeleben zu retten steht im Vordergrund und da wird dann auch mal eine etwas kleinere Wohnung akzeptiert oder zu einer Person vermittelt, die 8 Stunden am Tag auf der Arbeit ist. Besser ein Zuhause das nur zu 90% perfekt ist als gar keines lautet hier die Devise.

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